Fröhliches Fehlerfestival

Der 8. Spieltag der Thüringer Spielklassen verlief für die Mannschaften der fuß brothers erfolgreich.

Unsere 2. Mannschaft machte mit einem 2:2 beim ursprünglichen Staffelfavoriten aus Bürgel den Kreismeistertitel klar. Ein leichter Sieg von Horrz und zwei clevere Remis von Köhlmann und Gérard reichten zum Wunschergebnis. Damit hat das Team das Recht erworben, an den Relegationsspielen um den Aufstieg in die Bezirksklasse Ost teilzunehmen. Ob diese wie geplant stattfinden oder bessere Lösungen gefunden werden, hängt vom Verlauf der Bezirkshauptversammlung am 5. Mai ab.

Unsere 1. Mannschaft musste gegen die starken Langenberger ran. Unter den gestrengen Blicken einer lebensgroßen uniformierten Puppe der Privilegierten Schützengesellschaft Langenberg wurde voll gekämpft, was eine Vielzahl an abgelehnten Remisangeboten beweist. Der Kampf begann mit einem Paukenschlag: Kevin, gesundheitlich etwas angeschlagen, stand mit Schwarz bereits nach 12 Zügen besser, vertauschte jedoch beim Einkassieren eines Bauern die Züge und stand plötzlich auf Verlust. Gentlemanlike gab er sofort auf. Da war es gut, dass Richard die überaus laxe Eröffnungsbehandlung seines Kontrahenten mit einer hübschen Miniatur bestrafte und so für den schnellen Ausgleich sorgte. Er kombinierte verschiedene taktische Motive und gewann mustergültig bei vollem Brett eine Figur. Nach 17 Zügen war Schluss!

An den anderen Brettern ging es weniger schnell. Feo spielte geduldig gegen einen gezackten weißen Bauernwall. Doch als sein Gegner den siebenten Bauern auf ein weißes Feld schob, hing plötzlich ein Springer auf f3 durch. Feo griff zu und entlarvte auch den darauf folgenden Schwindelversuch durch eine kühle Abwicklung ins Endspiel, wo die Mehrfigur leichtes Spiel garantierte. Das war die Führung, die nach dem Friedensschluss am letzten Brett weiter Bestand hatte. Holger war in einer französischen Struktur ohne weißfeldrige Läufer gut gestartet, konnte aber seine Kräfte nicht bündeln und geriet unter Druck. Er stellte zunächst einen Bauern ein und dann eine Figur, doch der zweite Fehler blieb unentdeckt. Holger verteidigte sich nun schlau und zäh. Nachdem sich die Wogen geglättet hatten, war ein kompliziertes Endspiel entstanden, in dem sich die Chancen die Waage hielten. Folgerichtig Remis.

Nun spielten wir nur noch mit Weiß. Honza gelang es, in einer Katalanischen Partie positionelle Dominanz herzustellen, die in einen Königsangriff mündete. Nachdem er die erste Gelegenheit zur Klärung hatte verstreichen lassen, sah er beim zweiten Mal genauer hin. Sein h-Bauer ging bis g7 und entblößte die schwarzen Felder in Königsnähe. Ein Qualitätsopfer beschloss den Mattangriff. Zwei Bretter weiter vorne knetete Jonas beharrlich ein vorteilhaftes Turm- und Springerendspiel. Er tat dies so lange, bis sein Gegner den Angriff des weißen Springers auf den schwarzen Turm einfach ignorierte. Dieser schwarze Turm schmeckte uns allen besonders gut, denn er besiegelte den Mannschaftssieg.

Umso bemerkenswerter, dass an den beiden verbliebenen Brettern weiterhin um jeden Millimeter gerungen wurde. Basti bekam seine Vorbereitung aufs Brett. Er opferte mutig einen Bauern und rückte dem schwarzen König zu Leibe. Sein Kontrahent verteidigte sich zunächst originell, stellte dann jedoch zweizügig eine Figur ein, die Basti verschmähte, weil er seinem kreativen Gegenüber einen solchen Fehlgriff einfach nicht zutraute. So verflachte die Stellung nach und nach und Basti konnte trotz nachhaltiger Bemühungen keinen vollen Punkt mehr herausholen. Dennoch eine beeindruckende Vorstellung von beiden!

Dasselbe lässt sich von der Partie am Spitzenbrett sagen. Step war nicht optimal aus der Eröffnung herausgekommen und musste gegen einen Wolga-ähnlichen Aufbau spielen, doch ohne den üblichen Mehrbauern. Unter Druck griff er fehl und stand wohl auf Verlust. Mit dem Mute der Verzweiflung ging er im Endspiel mit seinem König bis nach g6 und profitierte vom überambitionierten Spiel seines Gegners in dieser Phase. Ein brillantes Figurenopfer brachte ihn zurück ins Spiel, denn bei reduziertem Material gab es plötzlich Mattdrohungen. Beide Kontrahenten spielten in extremer Zeitnot feinsinnig, doch zunehmend inkorrekt. Kurz vor der Zeitkontrolle verdarb Step durch übermotivierte Königszüge seine Position, sodass sie wenige Züge später bereits aufgabereif war. Die schwarzen Steine standen bei unausgewogenen materiellen Verhältnissen plötzlich optimal und Langenbergs Spitzenspieler bewies sein hohes Stellungsverständnis. Ein würdiger Abschluss vor Publikum!

Am Analysebrett bei kulinarischer Versorgung beschäftigte uns ein wenig die Frage, wie so viele Fehler auf beiden Seiten an einem Tag geschehen konnten. Mit etwas zeitlichem Abstand erscheint die Antwort logisch: Die kämpferische Einstellung beider Teams begünstigte die Risikobereitschaft und so auch die Fehlerquote. Am Ende hatten wir ein wenig Glück und können nun entspannt und voller Vorfreude auf das Spitzenspiel gegen Kings Club 98 zum Saisonausklang blicken.

23. April 2018

Heimspiel an 12 Brettern

Feo hat einen Bericht zur 7. Runde der Bezirksliga Ost verfasst:

Die 7. Runde der Thüringer Spielklassen bescherte uns ein Heimspiel an 12 Brettern. Unsere 1. Mannschaft empfing den Meuselwitzer SV, währenddessen unsere 2. Mannschaft gegen die 2. Mannschaft von Kings Club Jena ran musste.

Leider, aber zumindest zu unseren Gunsten, endeten die ersten zwei Partien des Tages schon, bevor sie begonnen hatten. Kings Club hatte die ersten zwei Bretter krankheitsbedingt nicht besetzen können und so stand es nach bereits einer Stunde 2:0 für unsere Zweite. Horrz und Sascha waren es, auf deren Konto diese "Punkte" gingen. Am dritten und vierten Brett hatten Lara und Danilo zwei volle Partien auf dem Brett. Nachdem beide gut aus der Eröffnung gekommen waren, spielten sie immer noch zähe Partien. Mit der Zeit setzen sich jedoch die Erfahrung und das Sitzfleisch ihrer Gegner durch. So endete der 7. Spieltag für unsere 2. Mannschaft mit einem 2:2 und einem Mannschaftspunkt Ausbeute. Zwar sind in der Kreisklasse noch drei Spieltage zu absolvieren, dennoch liegt unsere Mannschaft mit 5 Mannschaftspunkten Vorsprung klar an der Spitze. Damit steht sie kurz vor der Berechtigung, an den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse Ost teilzunehmen.

In der ersten Mannschaft waren wir motiviert wie immer. Wenngleich Meuselwitz ohne ihre gemeldeten ersten drei Bretter anreiste, war uns dennoch klar, dass der Gegner nicht unterschätzt werden durfte. So entwickelte sich der Kampf auch spannender als von uns erhofft. So mussten wir beispielsweise auf unseren Captain und Punktegarant Holger verzichten und auch Kevin konnte nicht spielen. Dafür konnten wir mit Gérard und Ratio auflaufen.

Als erstes beendete Feo seine Partie. Aus einer gesunden Eröffnung heraus ging er mit einem Mehrbauern in das Mittelspiel, welches anfangs noch alle besser einschätzen, als es wirklich war. Die gegnerische Initiative und inkorrektes Spiel ließen die Partie schnell ins Remis abdriften. Die zweite Partie endete am 3. Brett. Rich war über die gegnerische Eröffnung so verwundert, dass er sich in eine schlechtere Stellung spielte. Bereits mit Minusqualität startete er einen Königsangriff, der hoffen ließ. Leider opferte der Gegner an der richtigen Stelle Material zurück und gewann kurze Zeit später. So lagen wir erst einmal in Rückstand.

Die nächste Partie beendete Gèrard beziehungsweise seine Gegnerin, die in schlechter Stellung die Zeit überschritt. In der Eröffnung hatte Gèrard so einen Zeitvorsprung erlangt, dass die Gegnerin keine Zeit mehr zur Verfügung hatte, als es wichtig wurde. Basti überspielte seinen Gegner eindrucksvoll und konnte so einen weiteren Sieg beisteuern. Ähnlich wie Gèrard beendete auch Ratio seine Partie. Auch er gewann auf Zeit. Seine Stellung war allerdings schon deutlich besser und hätte nicht mehr vieler Züge bedurft.

Honza spielte eine solide Partie, in der er immer wieder etwas anzuzetteln versuchte, der Gegner verteidigte sich allerdings umsichtig. Wahrscheinlich war dies jedoch so kräftezehrend, dass ihm dann doch noch ein Einsteller unterlief, der Honza nicht entging. So konnte hier der nächste Punkt eingesammelt werden. Step bewies uns wieder einmal seine guten Eröffnungskenntnisse. Mit zum Teil vorbereiteten Varianten erreichte er ein vorteilhaftes Mittelspiel, welches er sehenswert und klar in einen vollen Punkt umwandeln konnte. Als letztes beendete Jonas seine Partie. Während die Partie zunächst klare strategische Pläne enthielt, wurde sie immer taktischer. Nachdem Jonas aus taktischen Gründen ein Remisangebot abgelehnt hatte, begann die Partie fast unendlich kompliziert zu werden, sodass selbst in der Analyse nicht alle relevanten Varianten zu aller Zufriedenheit geklärt werden konnten. Als Jonas dann aber in einem eher ausgeglichenen Turmendspiel mit Mehrbauern landete, gewährte er dem Gegner ein Remis, was unseren 6:2-Sieg besiegelte.

Der Spieltag wurde in alter Manier bei Essen und Bier, jedoch auch einigen wenigen alkoholfreien Getränken ausgewertet. Drei Runden für die 2. Mannschaft und zwei Runden für die 1. Mannschaft stehen noch an, und langsam beginnen wir zu träumen, was noch möglich ist.

20. März 2018

Es läuft ...

Step hat einen Bericht zum 6. Spieltag der Bezirksliga geschrieben, den wir nun mit einiger Verspätung publizieren:

In der sechsten Runde waren wir zu Gast bei Jenapharm, dem Absteiger aus der Landesklasse und somit legitimen Aufstiegskandidaten. Die Spielbedingungen waren hervorragend und wir freuten uns auf einen spannenden Kampf. Frank Rauhut spielte gegen Honza eine unerwartete Variante. In einer hochdynamischen Theoriestellung, bei der sich beide nicht ganz sicher waren, wie es weitergeht, einigte man sich auf Remis. Ein Schwarzremis gegen Rauhut ist voll in Ordnung.

Nach dem Sohn Honza machte dann auch der Vater Gérard ein schnelles Schwarzremis gegen Steffen Skarus. Sicherlich ein Ergebnis, mit dem beide zufrieden sein können. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt bot Bernd Mißbach mir Remis. Genau das hatte ich befürchtet. Vor der Partie dachte ich mir, dass ein Remis gegen Bernd okay ist und ich es nicht überziehen will. Aktuell stand ich aber schon etwas besser. Ich fragte Honza, wie die anderen stehen und was ich machen soll. Er sagte mir einfach, dass ich eine rationale Entscheidung treffen soll. Ich ging zurück ans Brett und überlegte mir, dass ich die schwarze Stellung nicht gerne hätte, also spielte ich weiter.

Als nächstes spielte Basti Remis, der sich nie ganz wohl gefühlt hatte in seiner Stellung. Ein Remis gegen Igor Asmykovich ist aller Ehren Wert. Bei der Partie von Günther Wagner gegen Jonas war mir schon vorher klar, dass alles passieren kann. Die Partie gab mir recht. Jonas gelang es, mit Schwarz schnell eine Gewinnstellung zu erreichen, er übersah dann aber ein Springerabzugsmanöver des Gegners, das sogar zum Verlust hätte führen können. Zum Glück hat Günther Wagner das aber auch nicht gesehen. Jonas gewann letztlich schnell und nicht unverdient.

Holgers fulminante Siegesserie wurde von Wolfgang Thöle gebremst. Holger überstand eine schwierige Phase durch ideenreiches Spiel und stand am Ende vielleicht sogar besser. Er hat jetzt "nur noch" 5½ aus 6. Ob das seinen nächsten Gegnern Mut macht, darf bezweifelt werden. Rich spielte gegen Thomas Kloß eine offene Stellung und viele hofften auf einen Sieg für uns. An ein paar Stellen ließ Rich vermutlich chancenreiche Möglichkeiten liegen, letztlich ist ein Remis gegen Thomas Kloß aber ein gutes Resultat.

Ich war inzwischen froh, das Remis abgelehnt zu haben, da ich zu einem schönen Angriff kam. In den Analysen nach der Partie endete es für Schwarz im besten Fall in einem schlechten Endspiel. Wer weiß, was da passiert wäre. In der Partie griff Bernd aber fehl und ich konnte kompensationslos einen Bauer gewinnen. Bernd entschied sich dafür, die Qualität zu geben. Jedoch konnte ich seine Festung noch vor der Zeitkontrolle überwinden.

Feo stand aus der Eröffnung heraus gegen Rainer Vater auf Gewinn, so deutlich muss man das sagen. Leider entging ihm an einer Stelle der zweite Bauerngewinn, Rainer hätte wahrscheinlich sofort aufgegeben. Letztlich verteidigte sich Rainer so zäh, dass es am Ende nur Remis wurde. Schade, aber unterm Strich kein Ergebnis, über das man sich grämen muss.

Insgesamt haben wir Jenapharm verdient mit 5:3 geschlagen, und das ohne Einzel-Niederlage. Wir führen nun die Tabelle an mit 11 vor Kings Club mit 10 und Jenapharm mit 9 Punkten. Wer hätte das vor der Saison gedacht? Wie immer wurde anschließend gemeinsam analysiert, und wir ließen bei Jasmin-Tee und Rotwein den Sonntag ausklingen.

Dass auch unsere 2. Mannschaft – verstärkt durch unseren "französischen Gastspieler" Daniel – einen klaren Sieg gegen Kahlas Zweite einfahren konnte, machte das Resümee des Tages dabei umso schöner!

25. Februar 2018

Ostthüringer Meisterschaften

Anfang Februar fanden in Dittrichshütte die Ostthüringer Meisterschaften der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen statt. Die fuß brothers waren mit einer mittelgroßen Delegation dabei. Unter der Führung der beiden Betreuer Felix Osterloh und Frank Weingart kämpften Sascha, Lara, Danilo und Marek für unsere Farben. Alle konnten ihre Pünktchen sammeln und teils im vorderen, teils im hinteren Mittelfeld landen.

Richard Latka spielte seine erste regionale Meisterschaft im Männerbereich und blieb ungeschlagen. Mit 3½ aus 5 erreichte er ein hervorragendes Ergebnis und lag damit nur einen halben Punkt hinter dem Titelgewinner.

Am Rande der klassischen Wettkämpfe wurde auch die Ostthüringer Blitzmeisterschaft ausgetragen, die der Hermsdorfer Matthias Sack für sich entschied. Felix konnte mit 7 aus 11 einen tollen 3. Platz erringen, Richard kam mit derselben Punktzahl auf dem 8. Platz ein, was die Ausgeglichenheit des vorderen Feldes dokumentiert.

Feo hat eine detaillierte Chronik der Ereignisse des Wochenendes geschrieben. Vielen Dank dafür!

8. Februar 2018

Doppelheimsieg

Richard hat einen lesenswerten und umfangreichen Bericht zum letzten Punktspieltag der beiden Schachteams verfasst:

Den fuß brothers gelang am 14. Januar 2018 ein schöner, aber enger Doppelsieg. Um 9:00 Uhr ertönte der Startschuss, 13 brothers am Start (Martin als Zuschauer, Kaffeebringer und Organisator, Frank Weingart als mitfiebernder Zuschauer). Gleich die erste Nachricht: Dennys Aufstehen hatte sich gelohnt, sein Gegner erschien nicht. Kurze Zeit später gewann Lara mit einem eleganten Doppelangriff, und unsere Zweite führte bereits 2:0. Nach einer langen, positionell geprägten Partie erreichte Danilo eine klare Gewinnstellung, doch das Aufatmen sollte zum Verhängnis werden. Der Gegner erschlich sich in letzter Sekunde eine Springergabel mit Turmgewinn, so endete diese Partie unglücklich. Doch wie Tal sagte: "Sicherlich sind Fehler nicht gut für eine Partie, aber sie sind unvermeidlich, ein Spiel ohne Fehler – und somit sozusagen makellos – wäre auf jeden Fall farblos." Gérard erkämpfte sich bereits früh eine Figur, trug diese bis ins Endspiel und gewann. So war der Sieg gegen Blau-Weiß Bürgel 3 mit 3:1 besiegelt.

Die erste Mannschaft hingegen erlebte einen echten Hitchcock-Krimi. Basti und Rich eroberten nach der ersten Spielstunde jeweils ein Remis in Stellungen, wo sie kaum bis keine Gewinnpläne sahen. Die anderen Bretter standen zu diesem Zeitpunkt gut da. Also 1:1. Als nächstes entschied sich die Partie von Jonas. Es war eine hart umkämpfte Partie, wobei sich Jonas trotz eines Bauern-Nachteils zurückkämpfte und schließlich sogar mit dem entfernten Freibauern eine leicht bessere Stellung erhielt. Doch dann geschah etwas Bitteres, sein Turm wurde auf d4 gefangen und das Ergebnis erzählte nicht die Geschichte der Partie. Es stand 1:2.

Holger spielte eine strategisch angelegte Partie über gut drei Stunden. Dann jedoch geschah es – die Figurenstellung erlaubte es, einen gedeckten Bauern zu nehmen, mit einem Springer, um danach Turm und Dame mit einem Bauern aufzugabeln. Holger überlegte eine gute Viertelstunde, in der Basti echte Angstzustände erlitt. Schließlich nahm Holger den Bauern wohlüberlegt mit und sicherte sich den Sieg: 2:2.

Die nächste Ergebnisänderung erfolgte erst kurz vor der vierten Spielstunde. Ratio einigte sich mit seiner Gegnerin auf ein Unentschieden, wobei beide sehr langsam und wohldurchdacht gespielt hatten. Eine faire Einigung und das 2½:2½.

In der Partie von Feo geschah erneut das Unglaubliche. Er spielte eine strategisch durchgeplante Partie, in der er die Leichtfiguren abtauschte und dann mit einem Bauernsturm am Königsflügel den Gegner einschnürte. Er überspielte seinen abwartenden Kontrahenten, fesselte die gegnerische Dame mit seinem Turm und war in der Lage, diese zu schlagen. Doch in der fünften Spielstunde kann man schon mal etwas übersehen. Feo wollte die Partie mit einem schönen Zwischenschach mit darauffolgendem Matt abrunden, jedoch war der weiße Turm leider noch in der Lage, diese Kombination in einen Verlust umzumünzen – die dritte bittere Niederlage für die fuß brothers und das 2½:3½!

Nun waren die letzten beiden brothers am Schwitzen. Würden wir noch ein Unentschieden oder sogar einen Sieg erreichen? Honza spielte eine Partie mit vielen taktischen Abwicklungen und einigen Mattdrohungen. Nachdem Feos Partie verlorengegangen war, überlegte er lange und fand einen vielversprechenden Angriff. Durch eine kleine Ungenauigkeit des Gegners stellte er schließlich eine undeckbare Mattdrohung auf und bescherte den fuß brothers wieder Hoffnung: 3½:3½.

Step hatte nun alles in der Hand und er ließ die Partie nicht fallen. Er hatte bereits früh einen Bauern erobert und behielt diesen, machte ihn zu einem gedeckten Freibauern und rannte dann zielstrebig im Turmendspiel immer weiter mit seinem Freibauern und dem König zur Ziellinie. Dort scherte er sich nicht um die angebotenen Bauern des Gegners, stellte stattdessen Mattdrohungen auf und brachte den Bauern bis kurz vor den Touchdown. Eine wahrlich konsequente Spielführung und die Unermüdlichkeit Steps brachten uns nach fast sechs Stunden den Sieg und die Erleichterung. Endergebnis: 4½:3½ gegen VfL 1990 Gera 2.

Wir ließen die gesammelten Erlebnisse – gute und schlechte – hinter uns, bei einer Kaiserente (S 10) und anderen chinesischen Spezialitäten. Wir danken den Zuschauern Horrz und Frank für ihre Anteilnahme und ihre mentale Unterstützung!

Es bleibt noch abschließend zu erwähnen, dass wir damit unser Saisonziel – den Klassenerhalt – wohl erreicht haben. Allerdings kommen nun erst die wirklich starken Teams der Liga. Wir können diesen Spielen mit großer Gelassenheit entgegenblicken, denn das Soll ist bereits erfüllt.

17. Januar 2018

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